Riester-Rente

Seit Anfang 2002 gibt es die nach dem damaligen Bundesarbeitsminister Walter Riester benannte "Riester-Förderung". Seitdem können Sie über zertifizierte Riester-Verträge mit privaten Rentenversicherungen, Fonds- und Banksparplänen zusätzlich für Ihre Alterssicherung vorsorgen und werden dabei vom Staat mit Zulagen gefördert. Mittlerweile haben sich bereits mehr als 14 Millionen Menschen in Deutschland für einen Riestervertrag entschieden.

Förderberechtigter Personenkreis

Von der Riester-Förderung profitieren insbesondere die folgenden Personengruppen:

  • in der gesetzlichen Rentenversicherung Pflichtversicherte sowie Landwirte, die in der Alterssicherung für Landwirte pflichtversichert sind
  • Beamte und Empfänger von Amtsbezügen
  • Empfänger von Arbeitslosengeld oder Arbeitslosengeld II, auch dann, wenn der Anspruch auf Arbeitslosengeld wegen zu hohen Vermögens ruht
  • (zurzeit noch) Wehr- und Zivildienstleistende
  • nicht erwerbsmäßig tätige Pflegepersonen
  • geringfügig Beschäftigte, die auf die Versicherungsfreiheit verzichtet haben.

Auch Ehepartner von förderberechtigten Personen können die Riester-Förderung für einen eigenen Vertrag in Anspruch nehmen, selbst wenn sie selbst nicht unmittelbar förderberechtigt sind. Diese mittelbare Förderung ist allerdings nur dann gegeben, sofern der unmittelbar förderberechtigte Ehepartner einen zertifizierten Riester-Vertrag abgeschlossen hat. Liegt keine andere Verfügung vor, werden die Kinderzulagen dem Vertrag der Mutter gutgeschrieben. Keinen eigenen Anspruch haben zum Beispiel Rentner sowie nicht pflichtversicherte Selbstständige und Studenten.

Anforderungen an Riesterverträge

Der Staat fördert nur zertifizierte Verträge, wenn sie unter anderem diese Anforderungen erfüllen:

  • Die eingezahlten Beiträge (eigener Beitrag plus staatliche Zulagen) müssen zu Beginn der Auszahlungsphase garantiert zur Verfügung stehen. So wird das Vorsorgekapital vor Verlusten geschützt.
  • Die Auszahlungsphase darf erst mit Vollendung des 60. Lebensjahres des Versicherten beginnen. Bei Abschlüssen ab 2012 steigt das Mindestalter auf 62 Jahre.
  • Die Leistung muss als lebenslange Rente gezahlt werden. Bei Angeboten von Lebensversicherungsunternehmen ist dies ohnehin der Fall. Banken und Fondsgesellschaften müssen das Kapital zu Beginn der Auszahlungsphase in eine Rentenversicherung überführen.
  • Die Abschlusskosten des Vertrags (Kosten, die für die Vermittlung des Vertrags anfallen) sind auf fünf Jahre zu verteilen.

Zulagen und Sonderausgabenabzug

Die Förderung von Riester-Verträgen erfolgt über Zulagen sowie durch die Möglichkeit, Beiträge als Sonderausgaben geltend zu machen. Die Grundzulage beträgt seit dem Jahr 2008 154 Euro pro Person und die Kinderzulage 185 Euro für jedes kindergeldberechtigte Kind. Für seit dem 1. Januar 2008 geborene Kinder beträgt die Kinderzulage sogar 300 Euro. Zulagen werden jedoch nur in voller Höhe fällig, wenn der Riestersparer den Mindesteigenbeitrag aufwendet. Das sind vier Prozent des rentenversicherungspflichtigen Bruttoeinkommens des Vorjahres abzüglich der staatlichen Zulagen. Möchte man mehr in seinen Vertrag einzahlen („Überzahlung“), so ist dies auch möglich. Allerdings wird die staatliche Förderung auf 2.100 Euro abzüglich der Zulagen begrenzt.

Beispiel Mindesteigenbeitrag

Für einen alleinverdienenden Familienvater mit einem Kind mit einem Vorjahres-Brutto von 25.000 Euro ergibt sich der folgende Mindesteigenbeitrag:

Euro

4 Prozent von 25.000 Euro

1.000

abzüglich Grundzulage

154

abzüglich Kinderzulage (Kind nach 2007 geboren)

300

zu zahlender Mindesteigenbeitrag

546

Zahlt er weniger, erhält er die Zulagen für seinen Vertrag nur anteilig.

Der Steuerabzug rechnet sich insbesondere für Gutverdiener. Bei der Steuererklärung prüft das Finanzamt übrigens, ob die Riester-Zulage oder der Sonderausgabenabzug für den Steuerzahler vorteilhafter ist. Zulagen werden mit dem „Dauerzulagenantrag“ beantragt. Liegt der vor, kümmert sich der Anbieter (Bank, Versicherer) um den jährlichen Antrag. Der Kunde muss diesen dann nur über Änderungen informieren, die Auswirkungen auf die Höhe der Zulagen haben (zum Beispiel Geburt eines Kindes).

Unser Tipp: In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, mehr als den förderfähigen Beitrag in einen Riestervertrag einzuzahlen. Als Ihr Versicherungs- und Finanzexperte beraten wir Sie gern.

Steuern auf Renten im Alter

Leistungen aus Riester-Verträgen werden in voller Höhe versteuert. Dies gilt immer dann, wenn die Beiträge gefördert wurden und auch für den Vorsorgevertrag eines Ehepartners, der nicht unmittelbar förderberechtigt ist. Renten aus einem nicht geförderten Vertrag, zum Beispiel weil der Versicherte nicht förderberechtigt ist oder Leistungen aus Überzahlungen, werden mit dem Ertragsanteil besteuert.

Verbringen Sie Ihren Ruhestand im Ausland und geben Ihren deutschen Wohnsitz auf, müssen die staatlichen Förderungen zurückgezahlt werden.

Formen der Riester-Rente

Es gibt verschiedene Formen von Riester-Verträgen:

  • Sparpläne
  • Investmentfonds-Sparpläne
  • Fondsgebundene Rentenversicherungen
  • Klassische Rentenversicherungen
  • Wohn-Riester

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